Herbstakademie - Was ist das?

Die Herbstakademie am Burggymnasium ist ein Projekt für die Jahrgangsstufe 11/Q1, das jeweils zu Beginn des ersten Schulhalbjahres durchgeführt wird.

Hintergrund dieses Projektes ist der Wunsch, unsere Schüler in einer neuen und im Rahmen des Schulunterrichts allein nicht zu realisierenden Weise auf die Zeit nach dem Abitur, sei es für die Berufsausbildung oder für ein Universitätsstudium vorzubereiten. Dies geschieht konzentriert und mit professionellen Verfahren. Unser Leitgedanke dabei lautet: Wir wollen die Schüler mit Techniken und Verhaltensweisen vertraut machen, die ihnen den Start ins Berufsleben erleichtern. Die jungen Leute sollen Sicherheit in der Selbsteinschätzung, im Umgang mit ihren Stärken und Schwächen und im Verhalten nach außen erwerben oder dafür wenigstens Anregungen aufnehmen. Dazu gehören für uns nicht nur "kopfbezogene" Techniken und Strategien, sondern auch alle Bereiche, die die ganze Person erfassen.

Das Programm beinhaltet deshalb neben Einführungen in das Leben an der Universität und Übungen für Bewerbungen und Einstellungsgespräche, einem Rhetorik-Kurs und einem Benimm-Training, auch Konzentrationstraining sowie Entspannungsübungen bis hin zum Tanzkurs. Ein Team von Lehrern und Schülern stellt, ausgehend von den bereits gemachten Erfahrungen der vergangenen Jahre, eine Reihe von Angeboten zusammen, nimmt die bereits etablierten zahlreichen Kontakte zu "Trainern" im weitesten Sinne wieder auf und integriert neue Programmpunkte, um diese Ziele zu realisieren, wohl wissend, dass die Möglichkeiten immer begrenzt sein werden. Die Herbstakademie wurde am Burggymnasium in den letzten Schuljahren mit großem Erfolg durchgeführt.

Ansprechpartner für die Herbstakademie ist Herr Tenholtern.

Programmpunkte einer typischen Herbstakademie

Bewerben
- Übungen zu Bewerbungsschreiben
- Simulierte Einstellungsgespräche

Ausbildung
- Beispielhafte Vorstellung eines Großunternehmens
- Anforderungen an Bewerber

Studieren
- Vorstellung verschiedener Universitäten, Fachhochschulen und Fachschulen durch die Institutionen selbst, z. T. Führungen vor Ort
- Vorstellung verschiedener Studiengänge
- Information zu Stipendien und Fördermöglichkeiten

Arbeiten
- Vorstellung verschiedener Berufe durch Vertreter der jeweiligen Berufsgruppe
- Information zum freiwilligen sozialen Jahr

Übergreifende Fähigkeiten
Workshops zu:
- Stimm- und Atemschulung
- Rhetorik und Kommunikation
- Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung
- Entspannung
- Gesellschaftstanz
- Improvisationstheater

Wie kann Gamemusik auf die Spielentwicklung reagieren? – Game-Music-Workshop in der Herbstakademie 2016

Unter der Leitung des Mülheimer Komponisten und Musikproduzenten Helge Borgarts stellte sich eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Herausforderung, adaptive Musik für einen Ausschnitt aus dem Computerspiel "Tiger & Chicken" zu schreiben. Dabei war die Besonderheit, dass die Musik auf die individuellen Handlungen des Spielers reagieren und sich damit an das aktuelle Spielgeschehen anpassen muss. Dafür mussten die Schülerinnen und Schüler verschiedene musikalische Szenarien bereitstellen, die an unterschiedlichen Stellen und zu verschiedenen Zeitpunkten im Spiel abgespielt werden konnten.
 
In Gruppen sollten vier verschiedene emotionale Stimmungen komponiert und danach separat aufgenommen werden:

Erkundung

Spannung

Kampf

Entspannung

Arbeitsziel war es, mit diesen verschiedenen Stücken unterschiedliche musikalische Szenarien zu schaffen, die dann mit einer speziellen Software in den Spielverlauf eingeblendet werden konnten: Je nachdem, welchen Punkt der Spieler im Game erreicht, klingt es mehr oder weniger bedrohlich, kämpferisch oder lyrisch.
 
Für das Ausgangsmaterial mussten alle vier Gruppen eine ca. 60 sec dauernde loopfähige Musik schreiben, die immer wieder im Hintergrund erklingen soll, ohne mit Aufdringlichkeit den Spieler zu nerven. Des Weiteren sollten zwei Soundeffekte integriert werden.


 

Mit Musikinstrumenten wie z.B. Kontrabass, E-Gitarre, Drum-Set, Klavier, einem Klangspiel, einem Laptop mit spezieller Software, einem Aufnahmemikro und Experimentierfreude begaben sich die Schülerinnen und Schüler an die Arbeit. Dabei machte die Gruppen eine grundlegende Erfahrung: Für die Entwicklung einer loopfähigen Hintergrundmusik benötigt man als Produzent viele kreative Ideen, einen feinen Spürsinn für den Zusammenhang zwischen Klang und gewollter emotionaler Stimmung und unendlich viel Zeit sowie Geduld, um für den Auftraggeber ein überzeugendes Ergebnis präsentieren zu können. Das Wichtigste aber war vielleicht die Erkenntnis, dass es bei der Gestaltung von Musik für ein Spiel nicht zwingend darauf ankommt seine eigenen künstlerischen Vorstellungen zu realisieren, sondern sachdienlich genau das umzusetzen, was in der gegebenen Aufgabenstellung von dem Entwickler gefordert wurde.
 
Die vier kleinen Hörbeispiele zeigen, dass genau dies der Gruppe exzellent gelungen ist.
 
H. Borgarts, Dr. A. Wehrend