Literatur: Spielen

In der Q1 der Sekundarstufe II, d. h. im zweiten der drei Oberstufenjahre, wird der dreistündige Kurs Literatur angeboten, in dem die SchülerInnen ein Theaterstück einstudieren, das sie am Ende des Schuljahres öffentlich aufführen.

Hier erfahren die SchülerInnen, wie spannend und mitreißend ein Drama sein kann, wenn es nicht nur gelesen wird, sondern sie es selbst auf der Bühne darstellen.

Der Literaturkurs wird als Doppelstunde im Stundenplan verankert, sodass genug Zeit und Ruhe für die theaterpädagogische Arbeit gegeben ist. 

Die dritte Unterrichtsstunde wird über das Schuljahr hinweg "angespart" für die Phase der Intensivproben kurz vor der Premiere.

Jede Stunde beginnt mit speziellen Aufwärmübungen, die Körper und Geist auf die Theaterarbeit einstimmen und der Stärkung des Gruppengefühls dienen. Theaterspielen kann man nämlich nicht allein, und es macht den Schülerinnen und Schülern mehr Spaß, wenn sie sich in der Gruppe wohl fühlen und sich gegenseitig unterstützen. Somit ist die Arbeit an einem Theaterstück immer auch eine Erziehung zur Teamarbeit.

Vorbereitende Übungen erleichtern den Zugang zu sowie die Auseinandersetzung mit einer Emotion, Handlung, Figur oder Szene. Über die Umsetzung der Textvorlage auf der Bühne darf und soll diskutiert werden, auch das Umschreiben oder gar Verfassen eines Stücks ist im Rahmen des Kurses möglich.

Das Spielen selbst empfinden Schülerinnen und Schüler ganz unterschiedlich. Während manche es genießen, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und sich auszuprobieren, müssen andere gegen mehr oder weniger offen eingestandene Ängste und Hemmungen kämpfen. Hierbei hilft die Unterstützung durch die Gruppe, die dann am Ende des Schuljahres gemeinsam auf der Bühne steht und stolz den verdienten Applaus entgegen nimmt.

S. Winkler

Literatur: Schreiben

Neben dem oben beschriebenen, klassischen Literaturkurs bietet das Burggymnasium in der Q1 auch noch einen "Experimentellen Literaturkurs" an.
 
"Experimentell" deswegen, weil dieser Kurs auch allen Deutsch-Referendaren und Kollegen geöffnet wird, um in einer "Laborsituation" neue Unterrichtsformen in einem sehr gut ausgestatteten Raum (als "drittem Erzieher") zu beobachten bzw. auszuprobieren und so an der Qualität des konkreten Unterrichts zu arbeiten. 
 
Gleichzeitig findet dieser Kurs in enger Kooperation mit dem "Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Essen – Seminar Gymnasium / Gesamtschule" statt. Er wird geleitet von Herrn Dr. Wolff, selbst Deutsch-Fachleiter am Seminar Essen und Lehrer des Burggymnasiums.
 
Thematisch steht das kreative Schreiben im Vordergrund (im Parallelkurs: die theaterpädagogische Arbeit). Von der Konzeption her arbeitet der Kurs fächerübergreifend. So finden Projekte in Kooperation mit den Fächern Kunst und Musik statt – neben dem Besuch von außerschulischen Lernorten (Folkwang-Museum u. a. kulturelle Einrichtungen in Essen).
 
Schreibend setzen sich die Schüler mit sich und der Welt auseinander. Daher trägt jeder Kurs die generelle Überschrift 
"Burg – Literatour. Weltenschlüssel".
 
An der Planung und Gestaltung der einzelnen Unterrichtsvorhaben sind die Schüler beteiligt. Sie können den Unterricht bzw. einzelne Projekte vorbereiten und so ihre Selbständigkeit und Eigenverantwortung schulen. Dabei ist es wichtig, dass sie sich, ausgehend von dem eigenen Erfahrungshorizont, auch mit anderen Welt-Erfahrungen auseinandersetzen, um so in ihrer Fähigkeit, die Welt und sich zu verstehen, zu wachsen. Und dieser Blick betrachtet nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit (in "klassischer" Literatur).
 
Die literarische Auseinandersetzung wird ergänzt durch eine musische und gestalterische, um eine umfassende Bildung zu ermöglichen.
 
Dabei steht die Freude am Wort und dem sich darin ausdrückenden "Staunen" – über sich, über andere, über die Welt  – im Vordergrund.
 
Dr. A. Wolff
 

Schriftsteller Stefan Sprang besucht die Burg

Foto: WAZ Essen

Der Essener Autor Stefan Sprang, selbst ehemaliger Burgschüler, besuchte am 29. April 2015 den Kurs "Literatur: Schreiben" von Herrn Dr. Wolff. Er las Auszüge aus seinem Roman "Fred Kemper und die Magie des Jazz" und stellte sich danach den Fragen der SchülerInnen, die in diesem Schuljahr verschiedene Herangehensweisen an das kreative Schreiben ausprobieren und schon zahlreiche eigene Texte erstellt haben. Einen Bericht der WAZ finden Sie hier. 

"Fred Kemper und die Magie des Jazz" ist eine klassische Coming-Of-Age-Geschichte, die in den 60er Jahren in einer Ruhrgebietsstadt beginnt und in der am Ende auch das Burggymnasium eine wichtige Rolle spielt.

S. Winkler

Eckpunkte

Sekundarstufe II:
dreistündiges Wahlfach
mit dem Schwerpunkt "Spielen" oder "Schreiben" 

Themenverwandte AG:

Die Grenze des weißen Blattes Papier überwinden... Jung-Autoren veröffentlichen ihre Texte 2016

Vierzehn (!) Schüler aus dem Literaturkurs der Jg. 11 (Q1) von Herrn Dr. Wolff gehören zu den ausgewählten Autoren des Wettbewerbs "Von Grenzen und Grenzverschiebungen", deren Texte nun in der gleichnamigen Anthologie veröffentlicht worden sind: 
Es sind dies Fabienne Bauer, Sonja Bulatovic, Kriste Dushaj, Mina Fedaie, Jonah Gelsing, Luis Hißmann, Sofie Menke, Sven Otte, Jan-Eray Özbakir, Christian Perlbach, Ahmet Polatkan, Alicia Schulte, Mara Thiele und Hannah Mülders (ehem. Schülerin des Literaturkurses, nun Studentin). Herzlichen Glückwunsch!


Jung-Schriftsteller mit Mentor, v. l.: Jan-Eray Özbakir, Luis Hißmann, Kriste Dushaj, Dr. Ansgar Wolff, Ahmet Polatkan, Sven Otte, Christian Perlbach

In Zusammenarbeit mit dem Geest-Verlag und dem Kulturzentrum Grend (Essen-Steele) stand bei dem Wettbewerb, der zum zwölften Mal ausgetragen wurde, in diesem Jahr das Thema "Grenze" im Mittelpunkt. Was verbindet der Einzelne damit? Was begrenzt mich? Welche Grenze ist mir wichtig? Welche möchte ich überwinden? Inwiefern erfahre ich mich als "begrenzt" – und wie kann dies für mich als Mensch zu einem Anlass werden, über den Sinn meines Daseins nachzudenken?
 
Die Schüler haben sich aufgemacht, ihre Erfahrungen und Gedanken in Worte zu fassen. Und sie wurden belohnt. Ihre Texte sind nun aufgenommen in ein Buch, das sich eine breite Leserschaft wünscht. Und damit dies geschieht, fand vor einem großen Publikum am 22. November 2016 im Saal der VHS neben der "Burg" die Premierenlesung unter Anwesenheit von Bürgermeister Franz-Josef Britz und anderen Honoratioren der Stadt Essen statt.

Wir wünschen den Jungautoren auch weiterhin viel Freude beim Schreiben und Publizieren!

Lesen Sie hier exemplarisch den Text "Ungeschminktes Ende" von Luis Hißmann.



Im Buchhandel ist die Anthologie unter folgender Angabe zu erwerben:

Artur Nickel (Hg.) 

Von Grenzen und Grenzverschiebungen - 

Kinder und Jugendliche aus dem Ruhrgebiet erzählen.
Geest-Verlag 2016

ISBN 978-3-86685-564-9

366 Seiten, 12 Euro
 


Dr. A. Wolff

"Sieben auf einen Streich!" - Jung-Autoren veröffentlichen ihre Texte 2015

Sieben Schüler aus dem Literaturkurs der Jg. 11 (Q1) von Herrn Dr. Wolff gehören zu den ausgewählten Autoren des Wettbewerbs "Was mir Hoffnung macht!“, deren Texte nun in der gleichnamigen Anthologie veröffentlicht worden sind.

Es sind dies (v. l.) Arthur Langer („Du sagst, ich bin dein Baum“), Hannah Mülders ("Lass ihn nicht dein Feind sein"), Melda Güler("Siebzehnter vierter"), Lukas Cronin ("Als der Ballon in den Himmel stieg" und „Garten der Hoffnung“), Joshua Tirol de Sousa ("Muss ich dich auch noch verlieren?"), Ida Borgwardt („Ich werde fliegen“) und Julia Litau („Die weiße Feder“), deren Texte Sie hier lesen können. Herzlichen Glückwunsch!
 
In Zusammenarbeit mit dem Geest-Verlag und dem Kulturzentrum Grend (Essen-Steele) stand bei dem Wettbewerb, der zum elften Mal ausgetragen wurde, in diesem Jahr das Thema "Hoffnung" im Mittelpunkt. Was verbindet der Einzelne damit? Worauf gründet seine Hoffnung? Was lässt ihn manchmal hoffnungslos sein? Von der Hoffnung, die uns geschenkt wird, konnte man erzählen, bis hin zu derjenigen, die man sich ersehnt und erhofft – oder die man gerne hätte, um (weiter-) leben zu können…
 
Die Schüler haben sich aufgemacht, ihre Erfahrungen und Gedanken in Worte zu fassen. Und sie wurden belohnt. Ihre Texte sind nun aufgenommen in ein Buch, das sich eine breite Leserschaft wünscht. Und damit dies geschieht, fand vor einem großen Publikum am 17. November 2015 im Saal der VHS neben der "Burg" die Premierenlesung unter Anwesenheit von Bürgermeister Franz-Josef Britz und anderen Honoratioren der Stadt Essen statt. Und zur Freude der "Burg" wurden unsere Schülerinnen Ida Borgwardt und Julia Litau ausgewählt, die Premierenlesung neben anderen Preisträgern durch die Rezitation ihrer Texte zu gestalten. Ihre Literatur hat manchen in der Runde bewegt …

Unterstützt wurden unsere Schüler bei der Produktion ihrer Texte in diesem Jahr auch von einem ehemaligen Burg-Schüler, dem Schriftsteller Stefan Sprang, der sowohl eine Lesung in dem Kurs abgehalten als auch mehrere Sitzungen zum Thema „Kreatives Schreiben“ gestaltet hat – unter anderem mit seinem „Werkzeugkasten“, einer von ihm für die Schüler zusammengestellten Broschüre, in der viele hilfreiche Tipps zum Verfassen von Texten zu finden sind und die sehr hilfreiche Dienste geleistet hat. Auch ihm gilt unser herzlicher Dank!
 
Wir wünschen den Jungautoren auch weiterhin viel Freude beim Schreiben und Publizieren!
 
Im Buchhandel ist die Anthologie unter folgender Angabe zu erwerben:
Artur Nickel (Hg.) 
Was mir Hoffnung macht! 
Kinder und Jugendliche aus dem Ruhrgebiet erzählen.
Geest-Verlag 2015
ISBN 978-3-86685-541-0
380 Seiten, 12 Euro

 
Dr. A. Wolff

Jung-Autoren veröffentlichen ihre Texte 2014

Fünf Schüler aus dem Literaturkurs der Jg. 11 (Q1) von Herrn Dr. Wolff gehören zu den ausgewählten Autoren des Wettbewerbs "Wie die Zeit vergeht…", deren Texte in der gleichnamigen Anthologie veröffentlicht worden sind: 

Es sind dies Daniel Bormann ("Ups"), Tamara João ("Für die Zukunft entscheidend"), Erika Ntungwanimana ("Plötzlich klopfte es an der Tür"), Leander Piechaczek ("Staub im Wind") und Sven Wöhrmann ("die zeit"), deren Texte Sie hier lesen können.

Im Buchhandel ist die Anthologie unter folgender Angabe zu erwerben:
Andreas Klink und Artur Nickel (Hg.) 
Wie die Zeit vergeht. 
Kinder und Jugendliche erzählen.
Geest-Verlag 2014
ISBN 978-3-86685-490-1
347 Seiten, 12 Euro
 
Dr. A. Wolff

Literaturkurs gehört zu den Gewinnern des Schreibwettbewerbs „herzsichtig?!“ 2014

Der Literaturkurs der Q1 (Schuljahr 2013/2014) hat einen Sonderpreis bei dem Schreibwettbewerb „herzsichtig?!“ gewonnen und fuhr deshalb am 29. September 2014 zusammen mit seinem Lehrer, Herrn Dr. Wolff, nach Mainz zur Preisverleihung. 

In der Begründung für die Entscheidung heißt es: „Die Jury hat die 14 Gewinnertexte zum Schreibwettbewerb ‚herzsichtig?!’ mit viel Freude und Achtsamkeit ausgewählt. Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir in Ihrem Projekt eine besondere Mühe erkennen und dass wir Sie und Ihr Klassenprojekt zum Thema ‚herzsichtig’ als eine herausragende Leistung belohnen möchten. Ihre Klasse bekommt, neben den 14 Gewinnertexten, einen Sondergewinner-Preis und wird als einziges Schulprojekt in Gänze abgedruckt, weil die ‚Broschüre’ neben einigen brillanten Beiträgen als Ganzes eine Botschaft hat und sehr schön zeigt, wie sie aus einer Gemeinschaft heraus kraft- und freudvoll entstanden ist. Ganz herzlich laden wir Sie und Ihre Klasse zur Preisverleihung am Weltherztag, 29. September 2014 in Mainz ein.“
Dieser Einladung ist der Kurs gerne gefolgt und nahm die Ehrung in Form einer Urkunde und in Form des ersten „eigenen“ Buches entgegen (Ilknur Özen/Elena Fischer [Hg.], herzsichtig?!, Publikation zum Weltherztag. Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen, Bd. 1, Mainz 2014, dort S. 92 ff.).

Zum preisgekrönten Kurs gehören:
Daniel Bormann, Jaqueline Bosler, Lukas Hippert, Tamara João, Konstantin Kraus, Jan Müller, Erika Ntungwanimana, Leander Piechaczek, Verona Vinken, Sven Wöhrmann, Isabella Wong und Christoph Wötzel.

Wer die Texte der Schriftsteller gerne einmal lesen möchte, findet eine Auswahl auf dieser Homepage:

Herzhaft hirnlos - von Jaqueline Bosler
Lebe jeden Tag - von Erika Ntungwanimana
Endstation - von Leander Piechaczek
War sie herzsichtig? - von Sven Wöhrmann
Im Krieg - von Christoph Wötzel
 
Dr. A. Wolff

Schultheatertage 2013

Gleich mit zwei Eigenproduktionen war das Burggymnasium in diesem Jahr bei den Schultheatertagen in Essen (2.-6. Juli 2013) vertreten. 
 
Während sich die "Alten Hasen" der Theater-AG der Jahrgänge 8-10 unter der Leitung von Jens Niemeier in der Collage "Löffelbis(s)quit" die Frage stellten: "Was machst Du, wenn morgen die Welt untergeht?", standen in der szenischen Lesung des Literaturkurses 2 "Katastrophen, Anastrophen oder einfach das wahre Leben" unter der Leitung von Brigitte Sternberg die Ängste, Sorgen und Hoffnungen junger Erwachsener im Mittelpunkt. 
 
Als "poetisch, melancholisch und sehr lebensecht" (so die WAZ vom 5. Juli 2013) wurden die dort vorgetragenen, von den SchülerInnen selbst verfassten Texte vom Publikum mit viel Wertschätzung aufgenommen.
 
B. Sternberg

Schülerarbeiten

Nachfolgend finden Sie Texte von Schülern zum Thema "Großstadt", die aus dem Literaturkurs hervorgegangen sind.
 
Die Busfahrt
von Stefan Bormann
Es hatte wieder eine Schlägerei im Bus gegeben. Natürlich war niemand dazwischen gegangen. Alle schauten zu, (...)
 
Der Augenblick
von Moritz Ahorner
Er bemerkte, wie sich das Geräusch der Motoren langsam entfernte. Endlich. Seine Nerven waren in letzter Zeit nicht die besten, (…)
 
Der Verkehr
von Esma Aydin
Schon wieder sitz ich hier auf meinem Drehstuhl und schaue vor Langeweile aus dem Fenster. Ich mache das Fenster auf (...)
 
Geschehnisse in einer Großstadt
von Marlon Gönnert
Es klingelt, und er öffnet die Tür. "Hey, Vito! Lang’ nich gesehen." "Ja, stimmt, lang ist’s her. Was willst du, Niko?" (…)
 
Morgen ist auch noch ein Tag
von Janne Linder
6.52h, kalt duschen macht wach wie nichts anderes. Acht Minuten später klingeln die Glocken der Kirche. Frühstück. Eine kurze Oase am Morgen, zumindest für mich. (…)